Bäcker-Tipp zum Thema Hauslieferdienst

Die Hauslieferdienste spriessen nur so. Auch wir haben sozusagen einen aus dem Boden gestampft. Aber wieso sind die jetzt besonders bei den Familienbetrieben so wich­tig, und wie ist das realisierbar?

Frisches Brot vom Bäcker nach Hause geliefert (Symbolbild)

von
Tamara Lehmann

01. April 2020
12:50

Dazu möchte ich Ihnen eine kleine Geschichte erzählen: Ich habe einen jüngeren Bruder Armin. Dieser war seit letztem August auf Weltrei­sen und ist nun zu Beginn der Corona-Krise zurückgekehrt. Da er aus Kosten­gründen vorgängig seine Wohnung aufgegeben hat, war klar, dass er vorübergehend innerhalb der Fa­milie eine Übergangslösung haben wird, kostenlos.

Nun ist er auf mich zugekommen, dass er uns gerne in irgendeiner Form unterstützen würde. Und so­lange er quasi freie Kost und Logis habe, benötige er für seinen Einsatz nichts weiter. Also haben wir inner­halb kürzester Zeit einen Hausliefer­service kreiert und können diesen bereits ab zehn Franken ohne Zuschlag anbieten, da wir «nur» Auto und Benzin abdecken müssen.

So haben nun insbesondere ältere Menschen und diejenigen, die zur Risikogruppe gehören, die Mög­lichkeit, Brot, Gebäck und vieles mehr zu ge­niessen, ohne dafür das Haus zu verlassen und ohne mehr dafür bezahlen zu müssen. Gleichzeitig haben wir die Chance, Sie weiterhin bedienen zu können, und zwar, ohne dabei «hinderschi» zu machen. Denn müssten wir für diesen Service einen Mitar­beitenden bezahlen, wäre es nicht zu diesen Konditionen möglich.

Aber weshalb ist es jetzt besonders wichtig oder solidarisch, bei Famili­enbetrieben einzukaufen und deren Lieferservice zu unterstützen? Im Falle von Kurzarbeit erhalten Fami­lienmitglieder, die im eigenen Be­trieb arbeiten, maximal 3320 Franken ­ausbezahlt. Auch wenn es eine GmbH oder AG ist und man selbst quasi «angestellt» ist. Das trifft selb­ständige Floristinnen, Coiffeusen, Boutiquebesitzer, Schreiner, Gärtner, Bäckereien, Metzger und viele mehr, die mit 3320 Franken pro Monat ihre persönliche Miete, Krankenkasse, Strom und zusätzlich die Miete für das geschlossene Geschäft bezah­len müssen. Und auch sie müssen dann ab und zu noch etwas essen. Sicher, wir können zurzeit alle rela­tiv einfach einen Kredit aufnehmen. Der muss jedoch wie jeder andere Kredit auch zurückbezahlt werden, und zwar mit mindestens zwei Mona­ten weniger Umsatz. Das kann re­lativ schnell in eine Überschuldung führen. Und bei Konkurs erhalten Selbständigerwerbende kein Ar­beitslosengeld.

Nutzen Sie deshalb das Angebot von Familienbetrieben und Selbständi­gen jetzt und nach der Krise. Beim Einkaufen sind weniger Kunden vor Ort als beim Grossverteiler, und falls der Lieferservice etwas teurer sein sollte, denken Sie daran: Es ist für Ihre Gesundheit und für die Existenz dieser Familie. So haben alle etwas davon, und dann ist es solidarisch. Danke!

 

Unser Hauslieferdienstangebot fin­den Sie unter: www.baeckerei-leh­mann.ch/aktuell 
Bereits ab zehn Franken pro Lieferung ohne Zuschlag.

Kontakt: Tamara Lehmann
info@baeckerei-lehmann.ch, www.baeckerei-lehmann.ch, 056 443 22 39
Bäckerei Lehmann
Standorte: Schinznach-Dorf, Birmenstorf, Windisch, Brunegg

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