Auf Infotour durch den Steinbruch

Steinbrüche bieten eine ungeahnte Vielfalt an Lebensräumen für Flora und Fauna. Ein neuer Rundgang mit sieben Informationsposten stellt das Leben im Steinbruch Jakobsberg-Egg der Jura Cement vor. So spannend können Geschichte und Fachbereiche des Gesteinsabbaus sein!

Andreas Kofler, Geologe im Dienst der JCF stellt das neue Angebot für Gruppen vor
Andreas Kofler, Geologe im Dienst der JCF stellt das neue Angebot für Gruppen vor (Bilder: Susanne Wild)

von
Susanne Wild

19. Juli 2018
09:10

Nachts erwacht das Leben im Steinbruch. Amphibien und Reptilien kriechen aus ihren Verstecken hervor und erfüllen den Ort mit sonderlichen Geräuschen: Es quakt, pfeift, knirscht, zirpt. Die Vielfalt der sich offenbarenden Lebewesen habe ihn überrascht, erzählt Andreas Kofler. Als Geologe im Dienst der JCF habe er es wissen wollen und eines Nachts den Steinbruch besucht. Er zeigt auf das Geröll am Fuss der felsigen Steinbruchwand. «Zwischen und unter diesen Steinen ruhen tagsüber unzählige kleinere Tiere», erklärt er voller Staunen.

 

Interessante Themen

Biodiversität, Geschichte, Technik, Geologie: Die Themen decken jeden Bereich des Steinbruchs ab. Jeder der sieben Posten ist mit Tafeln bestückt, die spannende Informationen bieten, leicht verständlich formuliert und mit zum Teil historisch wertvollen Fotografien und Darstellungen illustriert. Die Schautafeln zur Flora und Fauna des Steinbruches wurde von den Biologinnen und Biologen der SKK Landschaftsarchitekten gestaltet, welche die Renaturierungsprojekte der JCF leiten. Der Inhalt der übrigen Tafeln entstammt dem Wissen und der Erfahrung von Andreas Koflers und Vanessa Wippich, Projektleiterin bei JCF.

 

 

«Wir möchten den Menschen aufzeigen, dass der Steinbruch ein wichtiger Lebensraum für seltene Tierarten und Pflanzen ist, die sonst kaum mehr die passenden Lebensbedingungen finden», sagt Andreas Kofler. Wenig genutzte Landflächen und karge Landstriche gibt es kaum mehr in der Region. So zeigen die Gelbbauchunken buchstäblich eindrücklich, wie der Natur selbst Reifenspuren im tonigen Erdreich als Mikrolebensraum dienen: Die seltenen Amphibien finden in den Reifenspuren alles, was sie zum Leben brauchen. Die Spuren füllen sich bei einem Regen mit Wasser und trocknen allmählich wieder aus. «Diese selten gewordenen Amphibien brauchen Gewässer, die immer wieder austrocknen», erklärt Kofler. Die karge Steinbruchlandschaft überrascht auf relativ kleinem Raum mit grosser Lebensvielfalt.

 

Momentaufnahme des Steinbruchs

Überhaupt ist der Steinbruch auch über die Jahre hinweg stetig im Wandel. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wird in den Steinbrüchen Jakobsberg und Unteregg Kalk und Mergel abgebaut, seit Ende der 1960er-Jahre zusätzlich in der Oberegg Kalk. In dieser Zeit haben sich Grösse, Lage und Aussehen der Steinbrüche stetig verändert. Wo keine Rohstoffe mehr abgebaut werden, wird das Gelände renaturiert oder rekultiviert. Der heutige Steinbruch hat eine Fläche von rund 80 Hektaren. Im Osten ist bereits ein erster Teil davon als Wald renaturiert und die Auffüllung der Oberegg ist seit Herbst 2017 in vollem Gang.

 

So sind die Informationstafeln auf dem Rundgang eine Momentaufnahme der Situation, wie sie sich seit Anfang 2018 zeigt. Entsprechend der Veränderlichkeit des Steinbruchs ist auch der Rundgang so konzipiert, dass die Informationstafeln jederzeit ergänzt oder ausgewechselt werden können.

 

 

Führungen für Gruppen

Die Tafeln sind über den Winter erstellt worden, im April fand die erste Führung statt. «Der Rundgang ist nicht öffentlich frei begehbar», führt Andreas Kofler aus. Die Sicherheit aller Anwesenden im Steinbruch hat oberste Priorität, deshalb dürfen Besucherinnen und Besucher den Steinbruch nur in Begleitung von JCF-Fachleuten betreten. Ein Rundgang dauert rund 90 Minuten, der inhaltliche Schwerpunkt kann den Wünschen der jeweiligen Besuchergruppe angepasst werden.

 

 

Interessierte sowie Vereine, Schulklassen und andere Gruppen können sich per E-Mail steinbruch@juracement.ch oder telefonisch 062 887 76 66 für eine Führung anmelden.

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