Der erste grosse Schritt ist getan

Die neue Förderanlage zur Auffüllung des Steinbruchs Oberegg ist für die Jura-Cement-Fabriken AG (JCF) ein wichtiger Meilenstein.

Brücke mit Förderbandanlage kurz vor dem Steinbruch Jakobsberg
Brücke mit Förderbandanlage kurz vor dem Steinbruch Jakobsberg (Bilder: sha)

von
Stefan Haller

28. Juni 2017
09:00

Zahlen und Fakten zur Förderbandanlage

Die nach einer Bauzeit von rund sieben Monaten in Betrieb genommenen Anlagen ermöglichen es, den Steinbruch Oberegg mit sauberem Ausbruchmaterial ökologisch aufzufüllen und zu renaturieren. Das Ausbruchmaterial wird vorwiegend per Bahn im Werk Wildegg angeliefert und mittels Förderband über die Brückenverbindung und durch den Steinbruch Jakobsberg in die Oberegg (Gemeindegebiet Auenstein und Veltheim) transportiert. Die Oberegg hat ein Auffüllvolumen von 3 Millionen m3. Die erwartete Auffüllzeit beträgt rund 15 Jahre. Die Förderbandlänge beläuft sich auf 2,2 Kilometer, bei einer Förderleistung von 600 Tonnen Material pro Stunde. Die Anlage (es wurden 900 Tonnen Stahlkonstruktionen verbaut) weist eine installierte elektrische Leistung von 1100 kW auf.  JCF investierte rund 15 Millionen Franken in die ausgereifte Lösung. Verschiedene technische Massnahmen stellen sicher, dass die neu erbaute Förderbandanlage äusserst geräuscharm läuft. Bandübergänge in Siedlungsnähe wurden zudem eingehaust. 

Für die JCF war der 22. Juni absolut denkwürdig. Nicht, weil es wohl einer der heissesten Tage des laufenden Jahres war, sondern vielmehr wegen der lange geplanten Inbetriebnahme der neuen Förderanlage zur Auffüllung des Steinbruchs Oberegg. Hanspeter Meyer, Managing Director bei JCF, betonte: «Dies ist der erste grosse Schritt zur Wiederauffüllung der Oberegg, und es handelt sich im Kern um reines Umweltprojekt.» Denn, so Meyer, man gebe der Natur etwas zurück. Das erstellte Förderband sei eines der leisesten Transportmittel, um grosse Erdmassen zu bewegen. Und es sei so emissionsarm wie möglich. Meyer erwähnte auch, dass die nun eingeweihte Anlage nicht rentabel sei und bei manchen Experten zuerst auch Kopfschütteln ausgelöst hatte. Denn: JCF geht deutlich weiter, als sie es aufgrund der behördlichen Auflagen tun müsste. 

  • Ein Freudentag für Hanspeter Meyer (links) und Marcel Bieri
    Ein Freudentag für Hanspeter Meyer (links) und Marcel Bieri

Schweizweites Pionierprojekt

Ab Juli wird ein Teil des Aushubs der Eppenberg-Tunnelbaustelle per Lastwagen in Wildegg angeliefert. Dies soll allerdings eine Ausnahme bleiben: Der danach folgende Aushub vom Gubrist sowie auch derjenige der Bözbergtunnelbaustelle (ab Frühling 2018) wird bis zu fünf Mal täglich per Bahn bei der Entladegosse in Wildegg ankommen. Damit ist die Förderbandanlage zur Wiederauffüllung der JCF die Einzige in der Schweiz, welche per Bahn beliefert werden kann. 

Marcel Bieri, Leiter Produktion Zement Schweiz bei JCF, blickte vor den zahlreich anwesenden Grossräten, Gemeinderäten, Behörden und weiteren Gästen zurück auf die Geschichte, als Rudolf Zurlinden vor 125 Jahren die Zementfabrik gegründet hatte und er erwähnte die Bedeutung des Rohmaterials für den Bau von Gebäuden und Strassen, aber auch die Arbeitsplätze, welche JCF in der Region schuf. Bieri schaute jedoch auch in die Zukunft: «In rund 15 Jahren werden wir uns auf der anderen Seite des Förderbandes treffen und auf renaturierte Wälder, Landwirtschaftsflächen, Biotope und Wanderwege schauen können. Für geschützte Tier- und Pflanzenarten werden Ersatzlebensräume eingerichtet.» Bieri unterstrich die Dimension und Signalwirkung des ambitionierten Projektes: «Wir und unsere Partner in den Gemeinden stellen sehr hohe Ansprüche an die ökologische und soziale Verträglichkeit dieses Grossprojekts. Die Auffüllung der Oberegg ist in vielen Belangen ein Novum und setzt darum neue Massstäbe, sowohl bezüglich der Technik als auch bei den getätigten Investitionen.»

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