Dranbleiben, bis alles optimal läuft

Jürg Hitz ist einer von sieben Mitarbeitern, die 2018 auf 30 Jahre Tätigkeit für Jura Cement zurückblicken konnten. Als ehemaliger technischer Leiter plante und setzte er einen Grossteil der Anlagen um. Heute, als Leiter Instandhaltung + Technik CH, sind vor allem die stetige Optimierung und die Verbesserung der Anlagen seine grosse Herausforderung.

Langjährige Treue: Jürg Hitz arbeitet seit 30 Jahren für die Jura-Cement-Fabriken AG
Langjährige Treue: Jürg Hitz arbeitet seit 30 Jahren für die Jura-Cement-Fabriken AG (Bild: Susanne Wild)

von
Susanne Wild

09. Januar 2019
15:15

Zur Person Jürg Hitz

Nach Lehre und Anstellung bei der damaligen BBC studierte Jürg Hitz (58) an der damaligen HTL Windisch (heute Fachhochschule Nordwestschweiz) Elektrotechnik und ging nach dem Studium zur BBC zurück. Zu Jura Cement kam er 1988, nachdem ihn seine Frau auf ein Stelleninserat aufmerksam gemacht hatte. Bei JCF begann er im Technischen Büro und wurde später Chef desselben. Dann kam die Verantwortung über die technischen Anlagen in Wildegg und im Schwesterwerk in Cornaux hinzu. Später übernahm er zusätzlich die Leitung der Instandhaltung. Heute ist er als Leiter Instandhaltung + Technik nebst den Zement-Werken in Wildegg und Cornaux auch für 10 Kies- und 20 Betonwerke in der Schweiz technisch verantwortlich.

Jürg Hitz ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Töchter. Ausgleich, Freude und Zufriedenheit schenkt ihm nebst seiner Familie die Leidenschaft für das Schwimmen: Drei Kilometer schafft er in knapp einer Stunde Schwimmzeit.

Nach 30 Jahren bei Jura Cement ist Jürg Hitz noch immer fasziniert von den technischen Anlagen und dankbar für die Freiheit, mit seinem Wissen und Können im Unternehmen etwas bewegen zu können. «Die Anlagen müssen bestmöglich laufen; wenn sie das nicht tun, heisst es dranbleiben, bis alles wieder optimal läuft», umschreibt er seine Verantwortung.

 

Das Bestehende im Griff haben

Jürg Hitz kennt die technischen JCF-Anlagen quasi aus dem Effeff: Einen Grossteil der Anlagen hat er mitgeplant, war für deren Projektierung und Bau mitverantwortlich, nahm sie in Betrieb, hielt und hält sie in Schuss. Immer wieder betont er dabei die Wichtigkeit eines gut funktionierenden Teams. Technische Ideen werden in diesem Team von Fachleuten erörtert, analysiert, angepasst, verworfen, erneuert, verbessert. Es ist eine ständige Suche nach Optimierung. «Es geht nicht primär darum, das beste Produkt zu haben, sondern das Bestehende so im Griff zu haben, dass es noch besser läuft», erklärt Hitz. «Besser laufen» ist gleichbedeutend mit umweltschonender und eine noch qualitätsbeständigere Produktion im Hinblick auf das Endprodukt Zement.

In 30 Jahren «Zementi» hat sich vieles verändert, allem voran die technischen Möglichkeiten. Anfangs wurde der Drehrohrofen mit 90 Prozent Kohle und 10 Prozent alternativen Brennstoffen beheizt. Heute ist das Verhältnis annähernd umgekehrt: Über 80 Prozent alternative Brennstoffe werden genutzt, der Kohlenanteil beträgt weniger als 20 Prozent. Auch die Verlässlichkeit des Systems hat sich enorm verbessert. «Anfangs stand der Ofen wegen vieler, kleiner Probleme bis zu 100 Mal pro Jahr still», gibt er zu bedenken. «2018 hatten wir erfreulicherweise nur sechs Stopps zu verzeichnen.»

 

Junge Talente müssen ins Team passen

Teamfähigkeit ist bereits im Auswahlverfahren von Bewerberinnen und Bewerbern im Rahmen der Young-Talents-Kampagne, bei der Jürg Hitz mitverantwortlich ist, ein wichtiges Kriterium: «Es nützt nichts, lauter Einzelkämpfer im Unternehmen zu haben – sie sind kein Gewinn für das Team», erklärt er. Wenn der Austausch von Know-how im Team glückt, sind die Ideen und das Wissen der jungen Fachleute sehr bereichernd: «Mit ihrer Sichtweise von aussen und frischen Ideen bringen die Jungen neue Impulse ein. So ist die Zusammenarbeit zwischen uns ein gegenseitiges Lernen. ‹Ich weiss alles› gibt es bei uns nicht!»

 

Klare Linie

Das Grübeln über Schaltplänen, das «Schrüble» an technischen Abläufen und Maschinen ist für den Elektroingenieur eine Leidenschaft. «Das heisst auch, sich immer wieder selbst infrage zu stellen», ergänzt Jürg Hitz. «Man darf auch mit viel Erfahrung nicht meinen, man liege mit seiner Ansicht immer richtig.» Dies gelte auch im Bereich Mitarbeiterführung. Mehr als 60 Personen führt er im Bereich Instandhaltung und Technik. «Menschen zu führen, eine klare Linie zu finden, ist sehr anspruchsvoll», sagt er und bekennt ganz unprätentiös, dass er in diese Aufgabe habe «reinwachsen» müssen. Denn er könne und wolle nichts vorspielen, was er nicht sei: «Ich muss nicht immer ‹lieb und nett› sein», hat Hitz für sich erkannt. «Es ist für das Team besser, und ich bin sozialer, wenn ich klar und konsequent kommuniziere und handle: Wenn ich zum Beispiel gegenüber einem Mitarbeiter die erbrachte Leistung betreffend zu tolerant bin, ist das unfair gegenüber den anderen.» Das ist nicht immer leicht durchzusetzen und kann unbequem sein, dessen ist er sich bewusst.

 

«Menschliches» geht ihm nahe

Als Leiter Instandhaltung und Technik entscheidet er bei Neuanschaffungen mitunter über zweistellige Millionenbeträge. Muss der Drehrohrofen wegen einer Störung kurz stillgelegt werden, kostet dies das Unternehmen rasch Tausende von Franken. Aber diese Verantwortung koste ihn heute keine schlaflosen Nächte mehr, wie er sagt: «Wir kennen die technischen Voraussetzungen und wissen genau, was zu tun ist – auch bei der Suche nach Lösungen.» Er vertraut auf seine Erfahrung und den Austausch im Team.

Aber wenn ein Teammitglied Probleme im Leben hat, raubt ihm das schon mal den Schlaf. Denn: «Bei menschlichen Problemen kann man nicht einfach ‹schrüble›, bis es wieder gut ist. Manchmal gibt es Dinge im Leben, für die es nicht so schnell eine Lösung gibt.» 

Mit grosser Leidenschaft schwimmt Jürg Hitz und nimmt hin und wieder an Team-Triathlons oder anderen Sportveranstaltungen teil.
Mit grosser Leidenschaft schwimmt Jürg Hitz und nimmt hin und wieder an Team-Triathlons oder anderen Sportveranstaltungen teil. (Foto: zVg)

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