Schüler überwinden den Röstigraben

Die «Schülerstiftung» der Jura Cement tritt gegen den «Röstigraben» an: Sie organisiert und finanziert Schülerbegegnungen und Austauschprogramme für Schülerinnen und Schüler ab der 6. Klasse.

von
Susanne Wild

20. September 2018
09:00

Briefwechsel, Schüleraustausch, Lager

Die Kontaktaufnahme zwischen Schülern der jeweilig entsprechenden Klassen in der Romandie und Deutschschweiz beginnt in der 6. Klasse mit der Möglichkeit von Briefwechseln. Später folgen klassenweise Treffen, um sich gegenseitig kennenzulernen. In der Oberstufe besteht die Möglichkeit, für eine Woche mit einer Kameradin/einem Kameraden der gleichen Schulstufe Klasse und Familie zu tauschen. Die Austauschschüler wohnen gratis bei der Gastfamilie, für Fahrtspesen kommt die JCF-Stiftung auf.

Dem Programm angeschlossen sind zurzeit die Schulen EOREN Centre des Deux Thielles, Le Landeron; EOREN Bas-Lac, Collège de Vigner, Saint-Blaise; EOREN Bas-Lac, Collège Billeter, Marin; Bezirksschule Möriken-Wildegg, Sekundarschule Möriken-Wildegg, Bezirksschule Lenzburg und Sekundarschule Lenzhard, Lenzburg.

«JCF-Stiftung zur Förderung des Schüleraustausches unter den Sprachregionen der Schweiz»: So heisst die Stiftung der Jura-Cement-Fabriken AG, die Schülern in den Regionen um Wildegg und Cornaux NE Begegnungs- und Austauschmöglichkeiten bietet. Gegründet anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der JCF am 19. August 1982, liegt ihr der Wunsch zugrunde, Schülerinnen und Schüler zu ermutigen, die Sprachgrenzen bewusst zu überschreiten. Seit 1966 das Schwesterwerk im neuenburgischen Cornaux in Betrieb genommen wurde, ist JCF-intern das Bedürfnis gewachsen, die Sprachbarrieren zu überwinden.

Was manchem Erwachsenen schwerfällt, mag Kindern und Jugendlichen unbeschwerter vorkommen: Kontakt zu Gleichaltrigen einer anderen Sprachregion zu finden und zu pflegen. Möglich wird das an Begegnungstagen, Austauschprogrammen und in gemeinsamen Lagern. Die JCF-Schülerstiftung bringt die entsprechenden Lehrpersonen zusammen, unterstützt bei der Organisation und kommt für die Kosten auf.

 

Planung und Organisation mit den Lehrpersonen

Zweimal im Jahr – im Frühling und im Herbst – treffen sich die interessierten Deutsch- respektive Französischlehrpersonen mit den JCF-Vertretern. Die Frühlingssitzung findet alternierend in der Deutschschweiz respektive der Romandie statt, im Herbst trifft man sich in der geografischen Mitte, sprich in der Region Solothurn. Die Septembersitzung dient der Planung der Aktivitäten für das bevorstehende Schuljahr, aktuell also für das Schuljahr 2018/19. 20 bis 30 Begegnungstage werden pro Jahr durchgeführt, und rund 50 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe wagen sich in eine Austauschwoche. Nur Lager sind nicht mehr so gefragt: Das letzte fand 2015 statt. Gesamthaft kommen mit diesen Aktivitäten über 10‘000 Franken pro Schuljahr zusammen, die die JCF-Stiftung ausgibt.

 

Spannende Zeit «in der Fremde»

«Ausgewiesene Französischkenntnisse sind für die Schüler im Hinblick auf die Lehrstellensuche enorm wertvoll», erklärt Roger Heiniger, Human-Resources-Manager bei Jura Cement. Wer einen einwöchigen Austauschaufenthalt in der Romandie absolviert hat, bekommt ein entsprechendes Zertifikat, das sich nebst den Schulzeugnissen in Bewerbungsunterlagen gut macht. Eine Woche des Austauschs ist für die Schülerinnen und Schüler eine spannende Zeit «in der Fremde». «Den Austausch erachten die Lehrer nur für interessierte und schulisch starke Jugendliche als sinnvoll», ergänzt Marianne Nietlispach, Aktuarin der Stiftung, und selbst vierfache Mutter. Eines ihrer Kinder unternahm das Abenteuer einer Austauschwoche, was heisst, dass Marianne Nietlispach eine Woche lang einen französisch sprechenden Schüler in ihrer Familie aufnahm.

Dem fremdsprachigen Schulunterricht folgen und sich mit der entsprechenden Familie in der jeweilig fremden Sprache unterhalten zu können, setzt grossen Einsatz der Jugendlichen voraus und verlangt der Gastklasse und Gastfamilie einiges an Einfühlungsvermögen und Offenheit ab – Werte, die für eine Gesundung der Gesellschaft so wichtig sind.

Schüler bedanken sich für das im Rahmen des Begegnungstages Erlebte
Schüler bedanken sich für das im Rahmen des Begegnungstages Erlebte (Bild: zVg)

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