Neue Bahnwagen der JCF

Ein Güterzug rasselt vorbei. Es chläfelet und tschätteret, und zwar nicht zu knapp. Doch am allgemeinen Getöse machen die Silowagen der JCF nicht mit.

Neue Bahnwagen vor den Silos der JCF
Neue Bahnwagen vor den Silos der JCF (Bilder: pbe)

von
Peter Belart

03. Januar 2016
01:38

Technische Daten

Hersteller
Waggonbau Graaff, D-Elze

Max. Gesamtgewicht
90 Tonnen

Max. Ladegewicht
69 Tonnen

Max. Geschwindigkeit
100 km/h (beladen)

Länge über Puffer
13.54 Meter

Und jetzt die Neuen

Im September 2014 hat die in der Nähe von Hannover beheimatete Firma Waggonbau Graff bereits die ersten von insgesamt 50 Silo-Bahnwagen an die JCF ausgeliefert. Nach einem Jahr, also im Herbst 2015, trafen die letzten drei Wagen ein. Sie sind weiss und tragen den Schriftzug «jura cement» sowie deren Logo. Und vor allem: Sie sind geräuschsaniert, ähnlich wie die modernen Personen-Bahnwagen.

Beat Furter erklärt, woran das liegt: «Letztlich hängt vieles davon ab, aus welchem Material die Bremsklötze hergestellt sind. Bei den alten Waggons waren sie aus Gusseisen. Es hat sich gezeigt, dass beim langjährigen Gebrauch die Achsen in ihrer Form beeinträchtigt werden, und dadurch entsteht diese charakteristischen Fahrgeräusche, die so störend sind.» Die in den neuen Waggons eingebauten Bremsklötze bestehen stattdessen aus einer komplizierten Legierung, die keine unerwünschten Nebeneffekte auslöst.

 

Weitere Vorteile

Furter verweist auch auf die gegenüber den alten Bahnwagen erheblich grössere Ladekapazität. Diese betrug bis anhin 60 Tonnen gegenüber den 69 Tonnen bei den neuen Waggons. Bei den vielen hundert alljährlichen Fahrten resultieren daraus erhebliche Kostenersparnisse. Und die Ökobilanz sieht ebenfalls besser aus. Die Firma bewertet dies alles als «Bekenntnis zur Bahnlogistik und Umwelt».

  • Beat Furter, Leiter Versand JCF
    Beat Furter, Leiter Versand JCF
  • Ein alter Ucs-Silowagen
    Ein alter Ucs-Silowagen
  • Die neuen Bahnwagen dürfen mit einem Gesamtgewicht von 90 Tonnen fahren
    Die neuen Bahnwagen dürfen mit einem Gesamtgewicht von 90 Tonnen fahren
  • Eine Zugkomposition mit neuen JCF-Silowagen
    Eine Zugkomposition mit neuen JCF-Silowagen

Beat Furter ist Leiter Versand bei den Jura-Cement-Fabriken AG (JCF) in Wildegg. Er sagt: «Klar transportieren wir einen beachtlichen Anteil des Zements mit der Bahn. Es dürften so um die 40% sein. Wie hoch der Anteil tatsächlich ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Zwar haben wir in der Schweiz ein sehr dichtes Bahnnetz, aber wenn wir eine entlegene Baustelle beliefern müssen, sind wir nach wie vor auf den Strassentransport angewiesen. Dasselbe gilt für kurze Distanzen. Die Frage ist ferner, ob irgendwo eine Grossbaustelle wie etwa die NEAT zu beschicken ist. All das kann den prozentualen Anteil beeinflussen.»

 

Altes Rollmaterial

Die JCF verfügt über einen ansehnlichen Park an Eisenbahnwagen. Konkret: Es sind 54 Uacs (vierachsige Staublieferwagen mit einem langen, liegenden Silo) und 27 Ucs (zweiachsiger Wagen mit zwei «stehenden» Silos). Zudem hat die JCF permanent 60 bis 80 Wagen angemietet. «Da die Mietkosten sowie die Ausfallzeiten für diese Wagen relativ hoch waren, haben wir uns Ende 2013 entschlossen, das Projekt zur Beschaffung von neuen Bahnwagen anzugehen.» Mit ein Grund für diesen Entscheid ist das Alter der firmeneigenen Waggons. Einige davon haben bereits 50 Jahre auf dem Buckel!

  • Beat Furter, Leiter Versand JCF, zeigt die geräuscharmen Bremsklötze
    Beat Furter, Leiter Versand JCF, zeigt die geräuscharmen Bremsklötze
  • Neue Bahnwagen
    Neue Bahnwagen

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